Neurobiologische Grundlagen
Sprecher: Prof. Dr. Kristian Folta
Das Profil der Forschungseinheit Neurobiologische Grundlagen
Die Forschungseinheit Neurobiologische Grundlagen fokussiert auf zwei inhaltliche Forschungsschwerpunkte:
Im Bereich der „Rhythmus- und Zeitverarbeitung“ erforschen wir die Entwicklung automatisierter, zeitgenauer und modalitätsspezifischer Informationsverarbeitung im Gehirn von gesunden Kindern und Kindern mit entwicklungsbedingten Sprach-, Lese- und Schreibstörungen. Im Bereich „Aufmerksamkeit“ untersuchen wir, wie sich Mechanismen zur Verteilung der Aufmerksamkeit und zur Etablierung von verhaltensrelevanten Informationsverarbeitungsschwerpunkten im kindlichen Entwicklungsverlauf entwickeln bzw. verändern, welche neuronalen Prozesse solche Veränderungen begleiten und welche Auswirkungen sich in Hinblick auf kognitive Maße (z.B. Arbeitsgedächtnis) und Schulleistungsmaße (Lesen, Schreiben, Rechnen) ergeben. Neben der Untersuchung eines altersgemäßen unauffälligen Entwicklungsverlaufs, werden auch Veränderungen der neuronalen Informationsverarbeitung im Kontext einer sportlichen (Früh-)Förderung oder von entwicklungsbedingten Aufmerksamkeitsstörungen untersucht.
Auf Basis der kombinierten Betrachtung und Integration der erhobenen psychologischen, psychophysischen und neurobiologischen Erkenntnisse sollen computergestützte Förderprogramme zum altersgerechten Training von Aufmerksamkeits-, Lese- und Schreibfunktionen entwickelt werden. Zur transferorientierten Forschung zählt auch die Suche nach aussagekräftigen diagnostischen ADHS- bzw. Dyslexie-Markern (und deren Evaluation) mit dem Ziel einer verbesserten Diagnostik kindlicher Entwicklungsstörungen.
Wissenschaftliche Fragestellungen:
- Neurobiologische Grundlagen und Entwicklung der Aufmerksamkeitssteuerung
- Neurobiologische Effekte sportlicher Frühförderung
- Neurobiologische Grundlagen und Entwicklung von Rhythmus- und Zeitverarbeitungsfähigkeiten
- Entwicklung neurobiologisch basierter und computergestützter Förderprogramme
Neurowissenschaftliche Methoden:
Psychophysische Messungen, Okulomotorische Blickbewegungsmessungen (SMI High-Speed) , Elektroencephalographie (EEG; BrainAmp), vergleichende tierexperimentelle Untersuchungen
Soweit Sie Interesse an unserer Arbeit oder einer Kooperation haben, kontaktieren Sie bitte das Kompetenzzentrum Frühe Kindheit Niedersachsen oder melden Sie sich direkt bei uns.
Wir freuen uns auf Ihr Interesse!